In seinem Buch von 1970 beschreibt Alvin Toffler den Zukunftsschock als eine Art Kulturschock innerhalb der eigenen Kultur, welche durch zu schnelle Veränderung entsteht: Er beschreibt die "Desorientierung welche wir in Individuen auslösen, indem wir sie zu viel Veränderung in zu kurzer Zeit aussetzen".
Toffler diskutiert dann die Beschleunigung der Veränderung, und bemerkt, dass die Welt (1970) auf dem Weg in eine super-industrielle Gesellschaft ist, in welcher Landwirtschaft und Industrie durch Dienstleistung und Wissen als führende Wirtschaftssektoren abgelöst werden. Er bemerkt, dass in verschiedensten Aspekten der Gesellschaft überproportionale Veränderungen wahrnehmbar sind: Urbanisierung, Energieverbrauch, Wirtschaftswachstum, Automation, Information - überall ist die Zunahme der Beschleunigung feststellbar. Er schliesst daraus, dass das die Gesellschaft der Zukunft fundamental verändern würde.
Diese Gesellschaft der Zukunft, das sind wir, heute, 40 Jahre später, im Jahr 2011. Für uns ist das alles ganz normal - wir sind damit aufgewachsen. Wir sind uns gewohnt, dass tägliche Entscheidungen von Computersystemen getroffen werden; dass die Landschaft im Mittelland der Schweiz überall ein bisschen urban rüberkommt; Dass die Menge an verfügbaren Informationen und Gütern bei weitem alles übersteigt was wir in unserem Leben jemals konsumieren könnten; Dass wir Energie jederzeit verwenden können, um zur Arbeit zu pendeln, um unser iPhone aufzuladen, im Internet zu surfen oder eine DVD reinzuziehen.
Trotzdem herrscht in der Gesellschaft, insbesondere in der Politik, ein konservativer Konsens. Es wird Politik gemacht, als ob die technologische Evolution unsere Kultur nicht nachhaltig verändert hätte. Für Leute wie mich bedeutet das ein Vergangenheitsschock: Eine Desorientierung, welche wir in Individuen auslösen, indem wir die Veränderung ignorieren.
Die Piratenpartei hat sich die Vision "Gesellschaft 2.0" als Wahlspruch auf das Wappen geschrieben. Wir wollen eine Politik machen, welche von den Rahmenbedingungen der Welt im 21. Jahrhundert ausgeht. Wir machen eine Politik für heute. Denn Alvin Toffler's Zukunft, das ist jetzt - auch wenn für viele von uns die Gegenwart immer noch die Vergangenheit ist, und wir sehnsüchtig auf die Zukunft warten.
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